Die Burckhardtkirche besaß einst eine sehr alte Glocke des 13. oder 14. Jahrhunderts, die leider bei der Metallsammlung des Ersten Weltkrieges zusammen mit den Prospektpfeifen der Orgel abgeliefert wurde. Erhalten blieb jedoch die zweitälteste, 1475 entstandene Glocke der Kirche. Nach 1918 kam sie aus ungeklärtem Grund nach Ahausen, wo sie bis 1985 als Schulglocke diente. Erst 1996 wurde sie nach Niedershausen zurückgebracht.
Aus Bronze gegossen, besitzt sie den Schlagton f² und zeigt am Hals zwischen zwei Stegen die Inschrift in gotischen Minuskeln (Kleinbuchstaben):
+ zu ere schen godes luden ich borcart heissen ich anno m cccc lxxv
(„Zu Ehren Gottes läute ich. Burckhardt heiße ich. Im Jahre 1475.“)
Am Anfang des Textes steht ein kleines Kreuz, dessen Endungen mit Blüten geschmückt sind. Es weist zusammen mit der Formulierung „zu ere godes luden ich“ auf eine Entstehung der Glocke in der Werkstatt eines der berühmtesten und produktivsten Meister des 15. Jahrhunderts, Tilmann von Hachenburg, hin. Dieser war zwischen 1444 und 1488 in Hachenburg sowie Montabaur tätig. Da Tilmann sich in der Inschrift jedoch nicht – wie sonst üblich – selbst nennt, könnte die Burckhardtsglocke von einem seiner Mitarbeiter geschaffen worden sein.
Die drei anderen Glocken Niedershausens sind Gussstahlglocken der Firma Weule in Bockenem von 1919. Sie waren nach dem Verlust der alten Glocken während und nach dem Ersten Weltkrieg auf Kosten der Zivilgemeinde angeschafft worden.