Es entstand ein frühklassizistischer Saalbau mit verschiefertem Walmdach, der von einem hohen, achteckigen Dachreiter mit Zwiebelhaube und Laterne bekrönt wird. Mehrere große Gaubenfenster mit Dreiecksgiebeln beleben die Dachflächen. Der Putzbau wird einzig durch seine hohen Rundbogenfenster mit leicht herabgezogenen Keilsteinen sowie einer aufgemalten Quadereinfassung der Gebäudekanten gegliedert. Die zentrale Achse der Straßenseite mit dem Haupteingang ist als Risalit ( vor die Bauflucht tretender Gebäudeteil) ausgebildet, der mit einem Dreiecksgiebel als Würdezeichen überhöht wird. Über dem Eingang befindet sich ein geschwungenes Zierfeld, das mit einem Gesimsstück bekrönt wird. Es trägt die Inschrift: „Ehre sei Gott in der Höhe“. Das Hauptportal wie auch die beiden Nebeneingönge an den Schmalseiten besitzen noch ihre originalen Türblätter mit quadratischen, diamantierten Füllungen und halbrunde Oberlichter mit strahlen förmigen Sprossenteilungen.
Betritt man durch das Hauptportal das Kircheninnere steht man – für viele überraschend- schon recht nah am Hauptaltar und der sich direkt dahinter erhebenden Kanzel. Beide finden sich genau in der Mitte der Längsseite gegenüber dem Eingang. Wie die erhaltene Planzeichnung zeigt, stand der Altar ursprünglich etwas weiter vorn im Kirchenschiff, die südlichen Bankreihen waren zum Gang orientiert. Quergerichtete Kirchenräume, in welchen der Altar nicht, wie gewohnt, an der schmalen Stirnseite, sondern in der Mitte einer Breitseite steht, sind ein typisch evangelisches Phänomen.
Man findet diese Bauform ab 1700 bei städtischen und ländlichen Pfarrkirchen in Nassau wie auch in anderen protestantischen Gegenden. Sie galt als besonders geeignet für Gottesdineste, bei denen das gesprochene Wort und nicht wie bei den Katholiken die Messfeier im Mittelpunkt stehen. Ein wichtige Beispiel diese Bautyps ist die Weilburger Schlosskirche von 1707-13, an der sich der Kubacher Sakralbau, aber auch andere Kirchen der Umgebung wie Niedernhausen, Gräveneck, Neunkirchen/Westerwald u.a. orientierten. Neben den schlichten Bankreihen bietet eine hölzerne Empore, die nur durch die Kanzel unterbrochen wird, Platz für die Gottesdienstteilnehmer. Der Saalraum und die Empore sind sehr schlicht gestaltet, so dass nichts vom Hören des Wortes ablenkt. Einzig eine von Profilen eingefasste Voute (Kehlgesims) markiert den Übergang von den Wänden zur verputzten Holzdecke. Die Empore wird von sehr schlanken, farbig marmorierten Säulen gestützt. Zwei Treppen , deren Geländer aus Brettbalustern bestehen, führen an den beiden Schmalseiten der Kirche in die Höhe.
Nur der Kanzelaltar und die Orgel sind durch einige Dekorelemente hervorgehoben. Den von einer Säule getragenen Kanzelkorb verzieren aufgemalte lanzettförmige Blattmotive und einfache Felderungen. Der niedrige Schalldeckel zeigt auf der Unterseite eine plastische Darstellung des Auge Gottes innerhalb eines Strahlenkranzes. Die Vorderseite des Lesepultes ist mit einem kleinen Bild geschmückt, welches die aufgeschlagenen Bibel, darauf die Inschrift: „Luc 2,28 ER aber sprach Ja seelig sind die Gottes Wort hören und bewahren“ (eigentlich Lukas 11, 28. Die Kapitelangabe ist offensichtlich von Anfag an falsch gewesen oder bei einer „Restaurierung“ fehlerhaft erneuert worden!). Verkündigung für den evangelischen Gottesdienst zeugt, blickt auf eine sehr lange protestantische Tradition zurück und findet sich erstmals in der Schlosskirche von Torgau um 1540.
Eine Besonderheit des Kubacher Kirchenraums ist hingegen das große Medaillonfenster direkt hinter der Kanzel, so dass der Prediger des Evangeliums vor einer Lichtscheibe gleich einem Heiligenschein steht! Das Glasgemälde zeigt eine Darstellung des Lammes Gottes mit Kreuzfahne und Kreuznimbus, aus dessen Seite ein Blutstrom fließt. Dieses Bild ist ein seit dem frühen Christentum weit verbreitetes Symbol für Jesus Christus und dessen Erlösertat. Es stammt ursprünglich aus der alten katholischen Pfarrkirche am Lahntor in Weilburg und wurde um 1885 geschaffen. Dank einer Stiftung der Ev. Frauenhilfe Kubach konnte es 1983 erworben werden. Vergrößert durch ein neues gelbliches Kathedralglas wurde es in die Öffnung eingesetzt.