Die Kirche erhebt sich an der Hauptdurchfahrtstraße Drommershausens auf einem etwa zwei Meter über dem Straßenniveau erhöhten Kirchplatz. Dieser ist über einem zweiläufigen Treppenaufgang mit einem schönen Treppengeländer der Bauzeit zu erreichen. Durch seine freie Lage und den Fassadenturm unterbricht der Bau das lang gezogene Straßendorf und setzt einen markanten Akzent im Ortsbild. Die Kirche ist nicht wie üblich nach Osten ausgerichtet, sondern erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung und wendet ihre turmbekrönte Eingangsseite einladend dem Besucher zu.
Der Bau ist hauptsächlich aus Bruchsteinmauerwerk (grüner Schalstein) errichtet, behauene Werksteine aus Rotsandstein finden sich an den Ortgängen, Fenstergewänden und am Horizontalgesims der Fassade. Die Gestaltung des Gotteshauses ist typisch für den Historismus, dem Stilformen vergangener Epochen als Vorbilder „moderner“ Gestaltungen dienten. In dieser Zeit wurden Gebäude entweder entsprechend ihrer Funktion mit dem jeweils als passend empfundenen Stil oder in Abhängigkeit vom Kunstgeschmack des Bauherren gestaltet und ausgestattet. Bei Sakralbauten hielt man einen Rückgriff auf Architekturmotive des „frommen“ Mittelalters für besonders sinnvoll. So verwendet auch die Drommershäuser Kirche hauptsächlich Stilformen des Übergangs von der Romanik zur Gotik. L. Hofmann legte somit auch zwei Alternativplanungen vor, die bei gleicher Grundform und Binnenstruktur die gestalterischen und dekorativen Elemente eher „romanisch“ bzw. „gotisch“ akzentuierten. Man entschied sich letztlich für den Entwurf mit den älteren romanisierenden Formen, wobei sich auch durchaus spätgotische Motive wie die englischen Tudorbögen als untere Langhausfenster finden lassen.
In die Mitte der Straßenfassade ist ein Rundbogenportal eingelassen ist, welches durch einen Dreiecksgiebel sowie einem Rundfenster mit einbeschriebenem Fünfpass bekrönt wird. Direkt darüber erhebt sich der im Grundriss querrechteckige Turm, der seitlich von zwei gerundeten Treppenhäusern begleitet wird. Der kräftige Turm zeigt im unteren Geschoss schmale Rundbogenfensterchen, große Rundbogen öffnen die Glockenstube. Der Turm wird von einem Satteldach mit Krüppelwalmen abgeschlossen, aus dem ein hoher, achtseitiger Spitzhelm erwächst. Neben dem Haupteingang in der Fassade sind seitlich noch zwei Nebeneingänge, die von verschieferten Überdachungen mit Krüppelwalmen auf offenen Holzkonstruktionen ruhen. Alle drei Portale besitzen doppelflügelige Türen mit schönen, gotisierenden Eisenbeschlägen. Die Langhausseiten werden durch je zwei quer zum Hauptdach stehende Walmdächer geprägt, so dass der Eindruck zweier eigenständiger Kapellenanlagen entsteht. Die Langhauswände werden durch hohe, leicht angespitzte Blendnischen gegliedert, in die unten je ein Paar kleiner sog. Tudorfenster, oben große Maßwerkfenster eingelassen sind. Der Chor besteht aus einem im Grundriss querrechteckigen Raumteil, an den sich eine Rundapsis mit einem Kleeblattfenster anschließt.
Das Innere des Gemeinderaumes ist ein breit gelagerter Saalraum, der jedoch durch die Art der Deckengestaltung sowie die beiden seitlichen, auf durchgehenden Stützen ruhenden Emporen den Eindruck einer dreischiffigen Staffelkirche erhält. Die hölzerne Decke ist besonders eindrucksvoll und einzigartig in der Region. Die Art ihrer Gestaltung ist beeinflusst von offenen Dachstühlen der britischen Neogotik, die ihrerseits heimische Vorbilder der späteren Gotik (sog. Hammerbeam Roofs) kopierten. Vermittelt über Veröffentlichungen in Bau- und Architekturzeitschriften nahm die Strömung der englischen Neugotik Einfluss auch auf den deutschen Historismus. Die horizontalen Deckenpartien über den Emporen tragen längs durchgehende Balken, während der Bereich der mittleren Längsachse dreieckig erhöht ist und durch sichtbare hölzerne Gespärre getragen wird. Die Decke wird zudem gestützt durch kräftige, profilierte und beschnitzte Holzstützen, die zugleich auch die Emporen tragen. Die hölzernen Brüstungen der Gemeinde- wie auch der Orgelempore zeigen Kleeblattbogenfriese. Die farbige Gestaltung der Wände ist ganz typisch für den Historismus, im Gemeindebereich ist sie jedoch äußerst zurückhaltend und beschränkt sich auf eine Quaderung der Bogenläufe der Fenster, wobei in jedem zweiten „Quader“ ein roter Vierpass erscheint. Der Chorraum ist ein eher schlichter Raumteil, in dessen Mitte der einfache Altarblock steht, jedoch ist er durch seine Wandbemalung mit einer farbigen Bordüre mit romanisierenden Rankenornamenten hervorgehoben. Da dieselbe Schablone verwandt wurde, wie bei einer der 1897 gemalten Schmuckbänder der ev. Kirche von Altenkirchen, waren hier mit Sicherheit dieselben Handwerker beschäftigt, nämlich die Malermeister Heinrich Demmer, Wetzlar, und sein Bruder W. Demmer aus Philippstein.
Der Altarbereich ist von der Apsis durch eine hölzerne befensterte Abschrankung mit der Kanzel getrennt. Sie ist aus dunkel gebeiztem Eichenholz, wobei die Kanzel Schmuckformen mit romanisierenden Säulchen mit Würfelkapitellen zeigt. Die Apsis selbst dient als Sakristei, so dass nur die Apsidenwölbung mit der Inschrift: „Tröstet, tröstet mein Volk“ Jes. 40,1, vom Kirchenraum zu sehen ist. Neben der Inschrift in der Apsiskalotte sind drei weitere Textstellen im Kirchenraum mit großen gotischen Lettern an den Wänden zu finden: An der linken Stirnwand der Empore steht das Bibelwort: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid ich will euch erquicken Math. 11 Vers 28“, über dem Apsidenbogen lautet der Text: „Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren Luk.11 Vers 28“ und an der rechten Emporenwand: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit so wird euch solches alles zufallen Math. 6 Vers 33“. So beziehen sich die alle drei Texte auf Jesu Einladung an die Menschheit und seine Verheißungen.
Nicht nur die Architektur und die gesamte Ausstattung der Bauzeit ist original erhalten, auch die kleinteilige helle Verglasung aller Fenster mit Rautenformen sowie einem umlaufenden, die unterschiedlichen Fensterformen betonenden farbigen Streifen. Die Kirche in Drommershausen ist das einzige Gotteshaus im Dekanat, das gänzlich der Zeit des Historismus entstammt und das in allen seinen Teilen außergewöhnlich gut erhalten ist. So stellt dieser wunderbare Sakralraum mit seiner ungewöhnlichen und kunstvollen Deckengestaltung ein gutes und exzellent erhaltenes Beispiel der Baukunst dieser Zeit dar.